Die Macht des US-Dollars und die Abhängigkeit von ihm sind vielen Staaten ein Dorn im Auge. Gerade auch deshalb, weil die geopolitischen Konflikte der USA mit strengen wirtschaftlichen Sanktionen und einer dominanten Währung einhergehen. Das globale Währungssystem dreht sich spätestens seit Ende des zweiten Weltkriegs ununterbrochen um die USA und ihren US-Dollar. 70 Prozent des globalen Zahlungsverkehrs entfällt auf die US-Währung. Um dieser „lästigen Zwangsjacke“ zu entkommen, decken sich immer mehr Notenbanken mit Gold ein.

Russlands Goldkäufe immens gestiegen – Was steckt dahinter?

Neben der Türkei und China rangiert Russland, der wohl größte geopolitische Widersacher der USA, seit Jahren in den oberen Regionen der Top-10-Länder, die ihre Goldreserven stetig aufstocken. Nach dem endgültigen Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 sank der Goldbestand Russlands auf magere 290 Tonnen. Danach ging es stetig weiter nach oben. Bereits 2014 begann die Zentralbank Russlands ihre Dollar-Vorräte loszuwerden. Russlands Einlagen in US-Staatsschulen sanken von 176 Milliarden US-Dollar auf 14,9 Milliarden US-Dollar. Nach den Washingtoner Sanktionen im Jahr 2018 kam es zu einem massiven Ausverkauf. Parallel dazu vergrößerte Russlands Zentralbank ihre Goldreserven – wohl wissend, dass Gold als staatenlose Währung immer teurer wird.

Gold zählt seit Jahrhunderten zu den gefragtesten Edelmetallen. Für Russland und andere Staaten ist Gold die Absicherung, die nicht an Wert verliert, gegen Krisen und Inflation in Zeiten von finanzpolitischer Ungewissheit. Außerdem können Länder wie Russland mit Gold als Alternativwährung Handelsungleichheiten ausgleichen. Genau dieser Absicherung hat sich auch Russlands Zentralbank verschrieben. Sie setzt vermehrt auf Barren als Schutz gegen die weltweit wichtigste Handelswährung Dollar. Russlands Goldankäufe schnellen von Jahr zu Jahr in die Höhe. Mit dem schnellsten Tempo seit mehr als zehn Jahren hat Russland seine Goldreserven vervierfacht. Nach dem Motto: Weg vom Dollar – koste, was es wolle. Und in diese Anlagestrategie hinein profitiert Russland zudem noch vom Handelskrieg zwischen den USA und China. Russland liegt hinter der Türkei, gefolgt von Polen und China auf Rang 2 der Zentralbanken mit den meisten Goldankäufen (Menge in Tonnen) im Jahr 2019.

Die Top 10 Goldverkäufe Zentralbanken 2019 sind:

1. Türkei 159,0 t
2. Russland     158,1 t
3. Polen 100,0 t
4. China 95,8 t
5. Kasachstan: 35,0 t
6. Indien 32,7 t
7. VAR (Vereinigte Arabische Republik) 13,5 t
8. Katar 11,0 t
9. Ecuador 10,6 t
10. Serbien 10,0 t


Am meisten Gold verkauft in Jahr 2019 hat Usbekistan (19,3 t), Deutschland (3,2 t), der Euroraum (2,5 t), Tschechoslowakei (0,8 t), Tadschikistan (0,4 t) und auf Platz 8 Rumänien (01 t).

Die größten Goldreserven weltweit haben die USA (8.133,5 t), Deutschland (3.366,5 t) und der IWF (Internationale Währungsfonds; 2.814,0 t). Russland liegt mit 2.271,2 t auf Rang 6.

Quellen

www.goldreporter.de/gold-gekauft-russland-sichert-sich-staerker-ab/Gold/91583

https://www.gold.de/goldreserven/

https://www.capital.de/wirtschaft-politik/ranking-groesste-goldreserven%MCEPASTEBIN%

www.gold-anlegen.com/gruende